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Bei den "Big Pictures" ist es offensichtlich, bei den weniger auffälligen Motiven ist es nicht immer so deutlich, welche Bedeutung man der Bildsprache zumessen muss. Welche Aussage ein Foto machen kann, hängt nicht selten vom Kontext ab in dem es verwendet wird. Wer sich eine Klinik-Website ansieht und gezielt zu einem speziellen Fachbereich navigiert, ist oft in einer besonderen Lebenslage. Die Krankheit eines Verwandten oder Freundes oder die eigene gesundheitliche Herausforderung macht dem Besucher Sorgen. "Können mir die Menschen in dieser Klinik helfen?", "Arbeiten sie sauber und verantwortungsbewusst?", "Werde ich menschlich behandelt, oder bin ich nur ein zahlendes Objekt in einer großen Maschinerie?" könnten die Fragen sein, die sich der Hilfesuchende stellt. Es beruhigt ihn, wenn ihm die Bilder, die er im Zusammenhang mit den nicht immer patientengerechten Texten wahrnimmt, einen guten Eindruck vermitteln und seine Fragen positiv beantworten lässt. Ein Teil der Patienten möchte alles rund um eine Therapie oder Operation genau wissen. Ein Agenturfoto, das nicht in der Klinik aufgenommen wurde, erscheint diesen Patienten fast wie ein Betrugsversuch, denn sie durchschauen sehr schnell, um was es sich handelt. Spätestens wenn sie die Realität sehen, wird ihnen klar, dass man es auf der Website der Klinik nicht so genau genommen hat. Die weitaus größere Patientengruppe ist nicht so sehr an technischen Details interessiert. Sie möchten sich vielmehr gut aufgehoben wissen und sie wollen den Menschen, denen sie ihre Gesundheit und oft auch ihr Leben in die Hände legen, vertrauen können. Hier sind es die kleinen Signale, die eine große Rolle spielen, die aus den Informationen der Bilder heraus interpretiert werden. Genau das ist die Herausforderung für den Fotografen. Über sein Hintergrundwissen und eine gute Vorbereitung ist ihm bewusst, welche Aussagen seine Bilder machen müssen, was er in einer bestimmten und manchmal auch ungewöhnlichen Situation mit der Kamera einfangen muss und was eher missverständlich sein könnte. Wenn er das Umfeld versteht, gelingt es ihm die entscheidenden Momente einzufangen, die oft nur für Sekundenbruchteile vorhanden sind. Gelingen ihm die Aufnahmen, erzählen sie Geschichten, die nicht bewusst, aber sehr wohl unbewusst wahrgenommen werden und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eines von vielen Beispielen, das diese Punkte veranschaulicht, finden sie hier.
Foto & Bildsprache “Wie? Der Klinik soll ich vertrauen?”
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